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MODUL 2 – MUSTERSTUNDE (Rosvita)
 
Thema: Feste und Bräuche in Deutschland
 
1. Ausgangssituation:
 
-         Zielgruppe: erwachsene Lerner (10) einer Fremdsprachenschule
-         Konzept: geplant ist klassische Auseinandersetzung mit dem Text, aber auch Online-Partnerarbeit und Online-Einzelarbeit.
-         Niveau: B1-B2 (ungefähr 450 Unterrichtsstunden)
-         Zeit: ein Treffen = 3 Schulstunden
-         Lernziele:
1.      einen Einblick über deutsche Feste und Bräuche gewinnen,
2.      Wortschatzkenntnisse festigen und erweitern,
3.      landeskundliche Informationen im Internet finden,
4.      die gefundenen Informationen selektonieren und wiedergeben,
5.      Passiv wiederholen.
 
-         Geplante Fertigkeiten:
Lesen: der Text und die Beiträge werden gelesen. 
Schreiben: Fragen und Antworten werden geschrieben.
                              Sprechen: 1. gezielt (Fragen zum Text werden beantwortet), 2. frei
 
 
       2. Aufgabenstellung
Aufgabe 1
In Deutschland gibt es sehr viele Feste und Bräuche. Jede Region hat ihre eigenen Bräuche und es ist unmöglich auf jeden Brauch und jedes Fest einzugehen. Wir wollen uns daher auf die Herbstfeste  in Deutschland konzentrieren, denn in unserem Land gibt es keine Herbstfeste.
Zu diesem Thema habe ich ein Blatt mit 2 Texten. Die Gruppe A (5 Lerner) liest den ersten Text, die Gruppe B (5 Lerner) den zweiten. Jede Gruppen schreibt je 5 Fragen zu ihrem Text auf ein Blatt und gibt das Blatt mit den Fragen der anderen Gruppe. Diese beantwortet die Fragen schriftlich, danach werden die Fragen und Antworten laut vorgelesen und besprochen.
 
 
 
 
 
Herbstbräuche: Erntedank und Kirmes **
Ein Dank für die eingebrachte Ernte
Vielen Menschen in den Städten ist es gar nicht mehr bewusst, wie Getreide, Obst und Gemüse reifen und geerntet werden. Das war früher anders. Als noch viele Menschen auf dem Lande arbeiteten, gab es auch viele Erntebräuche.
 
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Nach dem Einbringen der letzten Früchte dankte man Gott für eine gute Ernte und für das gute Wetter. Dabei überreichten die Mägde[1] und Knechte dem Dienstherrn[2] und seiner Familie Geschenke. Anschließend feierte man ein großes Fest, bei dem gesungen, getanzt und gespielt wurde.
 
 

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Noch heute ziehen in einigen Gegenden Deutschlands schön geschmückte „Erntedankzüge" durch die Straßen. Auf den von Pferden oder Traktoren gezogenen Wagen liegen Getreide, Früchte und Gemüse. Kinder und Erwachsene ziehen oft alte Trachten[3] an und zeigen einige der alten Erntebräuche. Oft bindet man aus Getreidehalmen auch schwere Erntekränze und Erntekronen.
Auch in der Kirche gab es schon früh Erntedankfeste, aber erst im 19. Jahrhundert wurde das Erntedankfest in Preußen ein offizieller Festtag. Normalerweise feiert man diesen Tag am ersten Oktobersonntag. Dann schmückt man die Kirchen mit vielen bunten Sachen aus der Natur. Gemeinsam lobt man Gott, der das Leben schenkt und erhält. Und man denkt neu nach über die oft gedankenlos benutzten Worte: „Gott sei Dank!"
Kirchweihfest und Kirmes ***
 
 
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Der Oktober ist nicht nur eine Zeit für die Erntefeste. An vielen Orten feiert man ein beliebtes und lange bekanntes Fest, das Fest der Kirchweih. In anderen Gegenden heißt es auch Kirmes (Kirchmesse), Kirta (Kirchweihtag), Kerw(e) oder Kilbe. Es erinnert an den alten Brauch der katholischen Kirche, den Jahrestag der Einweihung[4] einer Kirche zu feiern. So ist auch heute noch in manchen Gegenden der gemeinsame Kirchgang am Sonntag ein wichtiger Teil des Festes.
Immer mehr wurde das Kirchweihfest aber zu einem beliebten Volksfest, das oft drei bis vier Tage dauert[5], von Samstag bis Dienstag. Eigentlich war es ein Dorf- und auch ein Familienfest. Man aß und trank viel und war vergnügt. Im Freien und auf der Tenne[6] wurde getanzt, und man machte viele Spiele und Wettspiele gemeinsam. Von Dorf zu Dorf waren die Traditionen verschieden.
Auch heute noch ist das Kirchweihfest in den Dörfern häufig eine Zeit des gemeinsamen Feierns. In den Städten und größeren Orten aber werden vor allem die jungen Leute von anderen Dingen angezogen. So findet man auf der Kirmes Karussells[7], Luftschaukeln, Autoskooter[8], Schießbuden[9], Verkaufsbuden, Losstände[10], Stände mit Essen und Trinken und vielem mehr. Viel Geld kann man in dieser Zeit ausgeben, und viele Eltern geben den Kindern dafür auch besonderes „Kirmesgeld". Das Fest ist laut, und es wird kräftig gefeiert. Der eigentliche Anlass ist bei dem Jahrmarktstreiben[11] jedoch nicht mehr zu erkennen. Die Kirmes ist zu einem Volksfest geworden.

 
 
[1] die Magd/der Knecht: (veraltd.) eine Frau/ein Mann, die/der als Arbeiter(in) auf einem Bauernhof tätig ist
[2] der Dienstherr: (heute) Arbeitgeber
[3] die Tracht: eine Kleidung, die für eine bestimmte regionale (Volks)Gruppe oder eine Berufsgruppe typisch ist
[4] die Einweihung: die feierliche Eröffnung eines neuen Gebäudes
[5] Es muss auch nicht immer im Herbst stattfinden. Heute gibt es die Kirmes auch zu anderen Zeiten im Jahr.
[6] die Tenne: fest gestampfter od. gepflasterter Platz [in der Scheune = ein Gebäude, in dem ein Bauer besonders Heu und Stroh aufbewahrt]
[7] das Karussell: ein großes, rundes Gestell mit hölzernen Pferden, kleinen Autos o.Ä., das sich im Kreis dreht, und auf dem man (mit)fahren kann
[8] der Autoskooter: Anlage auf dem Jahrmarkt, auf der kleine, elektrisch betriebene Autos fahren, die auf allen Seiten durch dicken Gummi geschützt sind und mit denen man versucht, andere aus der Spur zu stoßen oder ihnen geschickt auszuweichen
[9] die Bude: ein kleines Haus (auf dem Jahrmarkt), das meist aus Brettern gebaut ist
[10] der Losstand: ein Stand, an dem man ein Stück Papier mit einer Nummer kaufen kann, um (bei einer Lotterie) etwas zu gewinnen
[11] das Treiben: die lebhaften Aktivitäten von vielen Menschen, die zu gleicher Zeit etwas tun, sich hin und her bewegen
Aufgabe 2:
Stimmen folgende Behauptungen? Sehen Sie im Text nach!
 
Text 1
  1. Bei einem Erntefest dankte man Gott auch für Mägde und Knerchte.
  2. Erntedankzüge ziehen noch heute durch alle Straßen Deutschlands.
  3. Oft werden bei einem Erntedankfest Trachten getragen.
  4. Erntekränze werden aus Getreidehalmen gemacht.
  5. In der Kirche gibt es seit dem 19. Jahrhundert Erntedankfeste.
Text 2
  1. Das Kirchweihfest wird auch die Kirmes genannt.
  2. Die Kirmes war ein Dorf- und Familienfest.
  3. Die Kirmes ist noch heute in großen Städten populär.
  4. Die Eltern müssen ihren Kindern Kirmesgeld geben, wenn sie eine Kirmes besuchen.
  5. Die Kirmes ist zu einem Jahrmarkttreiben geworden.
 
Aufgabe 3:
 
Welche Gruppe füllt schneller folgenden Kasten aus?
 
 
das Erntedankfest und die Kirmes
Was haben sie gemeinsam?
 
das Erntedankfest und die Kirmes
Worin unterscheiden sie sich?
 
 
 
 
 
 
 
 
Aufgabe 4:
 
Ergänzen Sie folgende Sätze. Wählen Sie die Wöter aus dem rosa Kästchen (unter den Texten).
 
  1. Ein altes Wort für »Arbeitgeber« ist …………………………………… .
  2. Ich bin noch nie auf einem Jahrmarkt ……………………………. gefahren, weil mir dabei immer schlecht wird.
  3. Der Bauer kann den Hof nicht selbst bearbeiten, darum hat er drei ………………………. eingestellt, die ihm bei der Arbeit helfen.
  4. Die ………………………….. der neugebauten Kirche findet am 10. 10. statt.
  5. Das Brautpaar hatte ………………………… angelegt. Es trug nicht die übliche Hochzeitskleidung.
  6. Sie beobachtete das ausgelassene ………………………. der spielenden Kinder.
  7. Dort vorne an der ………………………….. werden Würstchen verkauft.
  8. Ein Los kann man an einem ……………………………. kaufen.
  9. Ein elektrisch angetriebenes Auto zum Fahren auf einer großen, rechteckigen Bahn, heißt …………………………………….
  10. Auf einem Jahrmarkt gibt es viele …………………………, an denen man verschiedene Sachen kaufen kann.
 
Aufgabe 5:
 
Folgende Fragen werden auf Kärtchen geschrieben. Beide Gruppen ziehen je 2 Kärtchen; sie beantworten/besprechen die Fragen im Plenum und stellen die Ergebnisse vor.
 
  1. Gibt es in unserem Land ein Fest, das man mit dem Erntedankfest und der Kirmes vergleichen könnte?
  2. Was wissen Sie über das Erntedankfest und die Kirmes in anderen Ländern?
  3. Kennen Sie Feste und Bräuche aus anderen Ländern, die in unserem land nicht üblich sind?
  4. Würden Sie gern ein Erntedankfest oder eine Kirmes besuchen? Warum (nicht)?
 
Aufgabe 6:
 
  1. Welche andere deutsche Feste bzw. Feiertage kennen Sie? (An der Tafel ensteht eine Liste.)
  2. Nun überprüfen wir im Internet http://delernen.de/mwbrauch/brautoc.htm, welche Feste und Feiertage es wirklich gibt. (je zwei Lerner recherchieren)

3.   Je zwei Lerner wählen ein Fest und suchen nach interessanten Informationen dazu. Sie   stellen sie im Plenum vor.


Aufgabe 7: (Hausaufgabe)
 
Die Lerner unterstreichen in ihrem Text
  1. Sätze mit »man« und setzen sie ins Passiv,
  2. Passivsätze und setzen sie ins Aktiv.

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